Der Höhlenrettungsdienst - Teamarbeit unter der Erde
Rund um einen Höhlenrettungseinsatz gibt es viele organisatiorische und logistische Aufgaben, die zum Gelingen einer erfolgreichen Rettung beitragen.
Daher ist Teamarbeit absolut wichtig. Alle HelferInnen müssen sich bei einem Einsatz unbedingt aufeinander verlassen können - und das will gelernt und geübt sein. Um dies zu gewährleisten, gibt es das ganze Jahr über Kurse und Übungen sowie die Möglichkeit für zusätzliche Höhlenbefahrungen.
Die meisten von uns sind auch begeisterte Kletterer, Bergsteiger oder Schitourengeher. Gemeinsame Aktivitäten in der Freizeit und gemütliche Hüttenabende sind ein gelungener Ausgleich zum Alltag.
Zusammensetzung, Aufbau und Organisation
Die Höhlenrettung in Salzburg ist in die Bezirkseinsatzgruppen
- Salzburg
- Tennengau
- Pongau
- Pinzgau
- Lungau
aufgegliedert. Die Einsatzkräfte bestehen aus männlichen und weiblichen höhlen- und alpinerfahrenen Personen, sowie Spezialisten wie Höhlenrettungsärzte, Höhlenrettungstaucher, Sprengbefugte und Höhlenforscher.
Die gesamte Rettungsmannschaft gliedert sich in zwei Gruppen:
A: Einsatzkräfte unter Tag (Bergetrupp)
B: Einsatzkräfte über Tag (Außendienst)
Mannschaft A - unter Tag (Bergetrupp)
Die Aufgabe des Rettungsteams ist es, den Verletzen medizinisch bzw. Erste-Hilfe-mäßig zu versorgen und die Bergung aus der Höhle durchzuführen. Die Rettungskompetenz der Höhlenretter endet beim Höhleneingang. Dort wird der Patient je nach Gelände dem Roten Kreuz, der Bergrettung oder der Hubschrauberbesatzung übergeben.
Zur Mannschaft A gehören ...
Der Vortrupp
Dieser ist die erste einfahrende Mannschaft, bestehend aus 2 - 4 Höhlenretter, unter ihnen besonders medizinisch und in Erste Hilfe geschulte Retter. Sie haben das notwendige Material (Vortruppmaterial) zu Hause oder im Auto und können damit sofort zum Einsatzort bzw. zur Unfallstelle aufbrechen. Der Vortrupp ist so ausgerüstet, dass er bis zu 24 Stunden hindurch selbstständig ohne Nachschub und Versorgung arbeiten kann.
- Bergung aus dem Gefahrenbereich
- Versorgung des Verletzten
- Vorbereitung für den Transport
Der Bergetrupp
... ist jene Mannschaft, die den Transport des Patienten in der Höhle durchführt. Die Bergegruppe besteht aus 6 - 8 Rettern, wobei bei einem Höhlenrettungseinsatz immer mindestens 2 Bergegruppen notwendig sind. Bei sehr langen Höhlen und schwierigen Höhlen bzw. schwierigen Bergungen werden oft mehrere Bergegruppen benötigt. Das für die Bergegruppe benötigte Material ist jeweils in 4 Transportsäcke (sogenannte Schleifsäcke) fertig verpackt.
Der Telefontrupp
Bei jedem Einsatz muss vom Höhlenrettungseingang bis zur Unfallstelle eine Telefonleitung verlegt werden, um eine reibungslose Kommunikation von der Unfallstelle bis zur Einsatzleitung sicherzustellen. Manchmal sind dafür mehrere Kilometer Leitung notwendig. Diese Arbeit erledigt der Telefontrupp. Das sind je nach Einsatzgröße 2 - 4 Höhlenretter.
Spezialisten
Das sind Höhlenrettungsärzte, Höhlenrettungstaucher, Sprengbefugte, Höhlenforscher (mit besonderen Kenntnissen)
Der Berge- oder Rettungsleiter
Der Berge- oder Rettungsleiter wird in der Regel bei jedem Einsatz vom Einsatzleiter bestellt. Er ist für den Gesamtablauf der Bergung in der Höhle verantwortlich. Er koordiniert die ihm in der Höhle zur Verfügung stehenden Retter und bestimmt in der Regel gemeinsam mit dem Arzt und nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter die Bergemethode und den Berge- bzw. Rettungsablauf.
Bei größeren Einsätzen und längeren Höhlen werden (bzw. müssen) Abschnittsbergeleiter eingesetzt (werden).
Mannschaft B - über Tag (Außendienst)
Der Außendienst dient zur reibungslosen Abwicklung und Koordinierung des gesamten Einsatzes. Die wesentliche Aufgabe ist es alle Maßnahmen zu setzen, die zur optimalen Durchführung des Gesamteinsatzes notwendig sind. Dazu gehören u. a.:
- Nachrichtenübermittlung von der Einsatzzentrale bis zur Unfallstelle
- Kontakthaltung zu anderen am Einsatz beteiligten Hilfs- und Rettungsorganisationen
- Kontakthaltung und Zusammenarbeit mit der Behörde und der Exekutive
- Information und Kontakthaltung zu den Medien, Presse und Rundfunk
- Ausgabe des Rettungsmaterials
- Versorgung
Zur Mannschaft B gehören ...
Der Einsatzleiter bzw. die Einsatzleitung
Ihm, bzw. Ihr obligt die Leitung, Führung und Koordinierung des Gesamteinsatzes und aller eingesetzen Kräfte und des Materials. Ist kein behördlicher Einsatzleiter vor Ort, setzt sich die Einsatzleitung der Höhlenrettung in der Regel wie folgt zusammen:
- Einsatzleiter
- Einsatzleiter-Stv.
- Protokollführer
- Pressesprecher
- Kommandanten von anderen, am Einsatz beteiligten, Rettungsorganisationen
- wenn nötig: Leiter Höhlenrettungstaucher
- wenn nötig: Höhlenforscher
Die Einsatzzentrale
Diese befindet sich im Kat-Zentrum Viehhausen und wird nach Alarmierung mit 2 - 3 Höhlenrettern besetzt. Von dort aus erfolgt die Alarmierung der gesamten Höhlenrettungskräfte und sonstiger Einsatzkräfte.
Die Leitstelle vor Ort
Die Leitstelle ist die sogenannte Einsatzzentrale vor Ort. Sie ist mit mind. 2 HR besetzt. Dort laufen alle Fäden des Einsatzes zusammen. Dort werden auch alle an- und abgehenden Funk- und Telefongespräche protokolliert. Auch alle Anordnungen und sonstigen Meldungen werden dort protokolliert. Alle an- und abrückenden Einsatzkräfte werden dort registriert.
Die Materialausgabestelle vor Ort
Dort wird das, für den Einsatz benötigte Rettungsmaterial vorbereitet und an die Einsatzkräfte ausgegeben. Von dort aus wird auch die Versorgung (Verpflegung) für alle am Einsatz beteiligten Kräfte (A und B) organisiert.
Stützpunkt Höhleneingang
Der Höhleneingang ist in der Regel mit 1 - 2 Höhlenretter besetzt. Von dort werden die Meldungen, die über Telefon aus der Höhle kommen, protokollliert und über Funk an die Leitstelle oder den Einsatzleiter weitergegeben.
Stützpunkt Tal
bzw. sonstige - je nach Einsatz benötigte - Stützpunkte wie z. B. Einweiser für nachfolgende Einsatzkräfte












