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Letzte Aktualisierung: 2006-10-30 Uhrzeit: 23:50:57
Neue Kommunikationsmöglichkeiten unter Tage!
Eines der wichtigsten Voraussetzungen für den reibungslosen Ablauf bei einer Bergung ist die Kommunikationsverbindung in der Höhle mit der Außenstelle. Der Zustand des Patienten, Komplikationen bei der Bergung und Materialanforderungen können so schnellstmöglich übermittelt werden. Das Telefon ist in unserem täglichen Leben nicht mehr weg zu denken. Es ist einfach da wenn man es braucht.
Bei einer Telefonverbindung in die Höhle werden erst die Schwierigkeiten bewusst, da keine Funkverbindung möglich ist. Darum müssen wir auf herkömmliche Telefondrahtverlegung zurück greifen. Die Verlegungsdistanz spielt dabei eine große Rolle, wobei man die Größe und das Gewicht der Kabelrolle nicht unterschätzen darf.
Da es derzeit kein zufriedenstellendes Produkt am Markt gibt, haben wir versucht, ein für uns geeignetes System zu entwickeln. Dabei haben wir eine Kombination gefunden, die nicht nur die Kosten in Grenzen hält, sondern auch viele Möglichkeiten offen lässt, die Anlage zu erweitern und den unterschiedlichen Bedürfnissen anzupassen.

Unser Basisgerät ist eine Kleinverteilertelefonzentrale mit mehreren Nebenstellen. Als Verbindungskabel zum Höhlentelefon verwenden wir ein Zweidrahtgrubenwehrkabel, daß wegen des geringen Gewichtes und der enormen Reißfestigkeit am besten geeignet ist. Nach unseren Testergebnissen sind trotz des höheren Kabelwiderstandes Verbindungsstrecken von 3 km ohne technische Zuschaltung kein Problem. Unsere Verbindungsstecker sind in wasserdichter Ausführung, robust und äußerst preisgünstig.
An die Telefonzentrale können alle herkömmlichen Telefongeräte angeschlossen werden. Das ermöglicht z.B. dass bei der Leitstelle ein Schnurrlostelefon verwendet werden kann, was eine erhebliche Bewegungsfreiheit ermöglicht. Durch mehreren Nebenstellen können parallel unabhängige Leitungen für Höhleneingang oder Versorgung zusätzlich verlegt werden. Diese können dann durch Nebenstellennummern direkt angewählt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, dass man sich direkt aus der Höhle in das amtliche Telefonnetz einwählt, z.B. als Hilferuf bei einer Fixverlegung in Schauhöhlen.

In unserer Kabeltrommel haben wir eine Zweitklingel eingebaut. Dadurch ist der Telefontrupp beim Verlegen des Kabels jederzeit erreichbar. Die Leitstelle kann sich sofort bemerkbar machen, wenn sie wichtige Anweisungen übermitteln wollen und muß nicht warten, bis der Anruf aus der Höhle kommt.
Die erste praktische Prüfung hat die Anlage bei unserer Einsatzübung im Oktober 2004 mit Erfolg bestanden. Mit dieser Bestätigung sind wir natürlich bestrebt, unser System in diese Richtung weiter zu entwickeln und zu verbessern. Der Anfang ist jedenfalls gelungen!

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